Monat: November 2013

Flach wie eine Flunder – München

Flach wie eine Flunder, gepaart mit hochalpinem Berggefühl. In kaum einer Stadt südlich von Frankfurt, radelt man so eben wie in der Alpenmetropole. Selten findet man Gefälle im Radweg – steigungsfreies Fahrvergnügen. Ohne Mühe läuft das Rad. Dennoch laufen einem in München an allen Ecken Bergfreunde über den Weg. Spezialgeschäfte für Outdoor-Aktivitäten und Fachmessen, rund um Hochtouren und Panorama-Wanderungen, vermitteln einem das Lebensgefühl der Alpinisten. So wie dieses Wochenende auf dem Alpintag des DAV, dem Munich Mountains, in der BMW Welt im Olympiazentrum. Fachvorträge mit spektakulären Bildern entfachen das Schnee-Kribbeln. Die Nähe zum Gebirge wirkt auf die Stadt wie ein Magnet für Naturverliebte. Die Sehnsucht nach dem außergewöhnlichen Bergvergnügen prägt die südlichste Metropole Deutschlands. Die Ansteckungsgefahr wirkt.

Neue Heimat – alte Freunde

Neue Heimat – alte Freunde. Menschen, die im Herzen verbunden sind, bleiben das auch. Wie weit die Entfernung auf dem Papier auch sein mag, die Herzensnähe ist ein Katzensprung. Umso freudiger springt dann das Eigene wenn der Seelenfreund zum ersten Besuch vorbeischaut. Neugierig wird die ungewohnte Umgebung inspiziert. Mit dem Eintreten in die Wohnungstür kommt gleichzeitig auch ein bisschen Heimat hereingeschneit. Es breitet sich mollig-warm über die Tage aus und füllt die neue Umgebung. Bis zum nächsten Besuch. Wie Hans im Glück schwingt die Freude über die unbeschwerten Gespräche in den Münchner Alltag mit.

Der Münchner Föhn

Der Föhn. Wenn man morgens schon miesepetrig die Augen aufschlägt. In der Bahn zwischen den Pendlern eingepresst, kaum Luft bekommt, der Tag nur grauer werden kann – schaut man in den Himmel und wird von einem überwältigenden Berghorizont überrascht. Die Gipfel der Alpenriesen scheinen wie unter einer Lupe in der Stadt zu stehen. Die Marienkirche im Gipfelmeer. Schon seit über 200 Jahren wird der „Geisterwind“ wissenschaftlich begleitet. Auffälligkeiten sind beim stark mürrisch-gereizten Verhalten der Münchner zu erkennen. Wenn der warme Fallwind in die Metropole drängt, graust es den Bayern schon. Kopfweh, Sodbrennen und Ohrensausen stellen sich kollektiv ein. Sowohl Friedrich Schiller 1804 als auch Wilhelm Tell machten, laut ihren Aufzeichnungen, wohl auch schon Bekanntschaft mit dem betörenden Naturschauspiel und dem darauf folgenden Nebelschwaden-Regenguss.