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Der Münchner Föhn

Der Föhn. Wenn man morgens schon miesepetrig die Augen aufschlägt. In der Bahn zwischen den Pendlern eingepresst, kaum Luft bekommt, der Tag nur grauer werden kann – schaut man in den Himmel und wird von einem überwältigenden Berghorizont überrascht. Die Gipfel der Alpenriesen scheinen wie unter einer Lupe in der Stadt zu stehen. Die Marienkirche im Gipfelmeer. Schon seit über 200 Jahren wird der „Geisterwind“ wissenschaftlich begleitet. Auffälligkeiten sind beim stark mürrisch-gereizten Verhalten der Münchner zu erkennen. Wenn der warme Fallwind in die Metropole drängt, graust es den Bayern schon. Kopfweh, Sodbrennen und Ohrensausen stellen sich kollektiv ein. Sowohl Friedrich Schiller 1804 als auch Wilhelm Tell machten, laut ihren Aufzeichnungen, wohl auch schon Bekanntschaft mit dem betörenden Naturschauspiel und dem darauf folgenden Nebelschwaden-Regenguss.

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