Monat: April 2014

Ein Stück Münchner Stadtgeschichte – Café Erbshäuser

Wie die Sachertorte in Wien, so berühmt ist die Prinzregententorte in München. Sieben Schichten hauchdünner Biskuitteig sind vereint durch eine Buttercreme aus feinster Schokolade. Überzogen mit einem speziellen Fondant-Guss wird die Tortenpracht in der Konditorei Erbshäuser in der Maxvorstadt nach altem Rezept hergestellt. Der ehemalige Hoflieferant Heinrich Georg Erbshäuser kreierte 1886 zum Ehrentag von Prinzregent Luitpold, nachdem zum neunzigsten Geburtstag auch ein Park in Schwabing benannt wurde, das Münchner Backwerk. Die sieben Schichten standen metaphorisch für die sieben bayerischen Regionen des Königreiches. Trotz oder vielleicht wegen der Mächtigkeit des Gebäcks wurde die Prinzregententorte zum bayerischen Traditionskuchen. Noch heute schlemmt sich ein leckeres Stück Stadtgeschichte im Café Erbshäuser in der Glückstraße 1. Direkt hinter dem ehemaligen Palais Leuchtenberg im Westen des Odeonsplatzes, welches heute das Bayerische Staatsministerium der Finanzen beheimatet, wurde mit dem Erbshäuser 1925 eines der ersten Kaffeehäuser der Alpenstadt eröffnet.

Eine Radtour durch München

Eine Radtour, die ist lustig. Eine Radtour, die ist schön. Denn da kann man von München so allerlei Neues sehen. Am Odeonsplatz aufs Radl geschwungen, in die Pedale getreten und ab geht es durch den Hofgarten an der Bayerischen Staatskanzlei vorbei. Zur Linken grüßt das Deutsche Theatermuseum. Der Blick folgt dem Schotterweg Richtung Prinz-Carl-Palais. Die Unterführung der Prinzregentenstraße öffnet den Pfad in den Englischen Garten. In der 374 Hektar großen Grünanlage im Herzen der Alpenmetropole hört man neben Kinderlachen auch Biergeselligkeit und Entspannungsmusik. Öffentlich für Einheimische, Zu´groaste und Gäste zählt der Englische Garten heute zu einer der größten Parkanlagen der Welt. Am Köglmühlbach entlang, führt der Parkweg zum Schwabinger Bach, der schließlich im Eisbach mündet. Bekannt durch die Eisbachwelle pilgern weltweit Flusssurfer nach München. Da die stehende Welle ganzjährig gesurft wird, gehören die Sportler mit dem Surfbrett unterm Arm inzwischen zum Stadtbild und sorgen bei Unwissenden für Verwunderung. Schließlich steht auf den Touristenfotos die Marienkirche in den Bergen, nicht der Olympiaturm am Meer. Folgt man nun dem Gebirgswasser des Eisbachs, kommt man geradewegs in den …

Münchner Osterüberraschung

Taubengrau ist meine Lieblingsfarbe. Aber das ist auch das Einzige was an diesem Gefiedertier sympathisch ist. Landkinder wurden ihr Leben lang darauf vorbereitet Misthaufen auszuweichen, Rasen zu mähen und Goldfische zu füttern. Tauben zählen zu den Zuchttieren. Ausgewählte Arten werden im Verschlag gehalten, gepflegt und gefüttert. Abgeschottet von der Außenwelt hausen die kleinen Flugmonster unter sich. Kaum lebt man in München, dreht sich das Bild. Keine Spur vom Zeichen des Friedens. Obwohl diese Vögel mit einem moppeligen Rumpf und einem Minikopf aufwarten, beeindrucken sie mit Geschick und Hartnäckigkeit. So klein kann dieses Federhaupt gar nicht sein. Mit allen Mitteln und Tricks versuchen sie den heimischen Balkon zu besetzen. Wie Zecken beanspruchen sie das Wirtshaus. Entgegen den schlechten Netzbauqualitäten schaffen die Stadttauben allerlei Unrat herbei. Unbeeindruckt von stechenden Schreien und Rabenattrappen, beanspruchen die Grauvögel ihr Revier. Trotz feinmaschigem Netz klettert die Taubenmama unter dem Gitter hindurch, baut für den Nachwuchs ein gemütliches Nest im Blumentopf und zeigt sich kampfwillig. Schöne Osterbescherung. Doch kampflos wird das Balkon-Feld auch auf Landkinderseite nicht geräumt.