über den horizont
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Wenn Freunde laden. Pfingsten in Oberammergau

Wenn Freunde laden, dann schlägt man das nicht aus. Ziel ist am heißen Pfingstwochenende das malerische Oberammergau. Sonne, blauer Himmel und die Bergluft ziehen ins oberbayerische Umland. Während in der Alpenstadt die Grantler schwitzen, wandert sichs im Ammertal entspannt. Bekannt ist der knapp 5.000 Einwohner starke Ort durch die Passionsspiele. Alle zehn Jahre stellt die ganze Dorfgemeinschaft die letzten fünf Tage im Leben Jesus auf der großen Bühne dar. Privilegiert zum Mitspielen sind nur die nachweislich in O´gau Geborenen oder seit zwanzig Jahren Ansässigen. Für dieses Spektakel wird bei den Einheimischen schon mal ein Sabbatjahr eingelegt. Schließlich pilgern Neugierige von allen Ecken der Welt in die kleine bayerische Gemeinde. Überall an den Häusern und Geschäften findet sich der Bezug zum erstmals 1634 nach der Pest aufgeführten Schauspiel. Die mit Lüftlmalerei verzierten Fassaden prägen das Ortsbild. Scheinbar floriert immer noch die christlich angehauchte Holzschnitzkunst. Von lebensgroßen Engeln bis hin zu Marienstatuen findet sich so einiges Kurioses in den Schaufenstern der „Herrgottschnitzer“. Nur knapp einen Kilometer Luftlinie vom Ortskern entfernt, liegt der Gipfel des Kofels. Weit ins Ettal ist die markante Form des Hausberges zu erkennen. Das Kreuz auf der Kofel-Spitze des 1.342 Meter hohen Berges weist die Wanderrichtung für den heutigen Tag. In der Früh geht es Schritt für Schritt bergauf. Die einheimischen Freunde zeigen den direktesten Trampelpfad durch den Wald. Die Blätter spenden bei der starken Sonneneinstrahlung erfrischende Kühle. Rund um das Gipfelkreuz des Ammergauer Alpenbergs schweift der Rundblick über das flache Voralpental. Besonders prägnant sticht die NATO School in der Conrad-von-Hötzendorf-Kaserne ins Auge. Das Schulungs- und Ausbildungszentrum im Oberammergauer Ortsteil St. Gregor bietet unterschiedliche Kurse zu operativen Themen im Bereich der Politik und Strategie für NATO-Mitglieder an. Über 200 Personen aus 25 Staaten sind bei der NGO beschäftigt. Dies schlägt sich natürlich auch im Ortsbild O´gaus nieder. Da schleckt schon einmal ein uniformierter Offizier im Eiscafé Paradiso an seiner Kugel. Nach der Besteigung des Kofels lohnt sich die Querung zum Kolbensattel. Mit dem Alpine Coaster, der Rodelbahn, geht es dann schließlich von der Kolbensattelhütte kurvig ins Tal. Wenn nur alle Bergabstiege so einfach wären.

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