zwischenmenschlich
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Das Leben ist wie eine Dampflok

Das Leben ist wie eine Dampflok und bahnt sich unaufhaltsam ihren Weg. Die Strecke ist verzweigt und ändert sich von Knotenpunkt zu Knotenpunkt. Die Weichen werden immer neu gestellt. Fast genau vor einem Jahr wurde die Fahrtrichtung zur bayerischen Landeshauptstadt festgelegt. Der letzte Bewerbungstag an der Münchner Universität gab die Taktung vor. Dies war Startschuss für die Gleisbegehung. Wohnungs-Annoncen wurden gewälzt, der Umzug durchgespielt. Jede neue Stadt verändert das eigene, aber auch das Leben der Freunde und Familie. Beziehungen werden auf die Probe gestellt, Freundschaften gefestigt oder losgelassen und Routinen neu eingelernt. Hin und wieder steigt der Dampf aus, Druck wird abgelassen, Ventile gelöst. Die Richtung jedoch ist klar – immer vorwärts rollen die Waggons. Der Rückwärtsgang ist nicht eingeplant. Unterbrochen wird die Strecke nur durch kleine und große Bahnhöfe. Die Stationen des Lebens reichen von Zuhause über Frankfurt, Hamburg, Mannheim und nun München. Die kleinen Haltestellen werden schnell übergangen. Der ein oder andere steigt noch zu oder verabschiedet sich. Schulfreundschaften vergehen, neue werden auf dem Weg geschlossen. An den großen und wichtigen Haltestellen wird schon mal eine längere Pause eingelegt. Alle stärken sich, sammeln Kraft und Proviant für den weiteren Weg. Wichtig wird die engste Familie. Darunter zählen inzwischen auch die Lebensmenschen, die sich einfach ins Herz geschlichen haben. Gemeinsame Erlebnisse, Freud und Leid halten das Kernteam der Lok zusammen. Auf kurzen Strecken, fliegt die Zeit nur so davon. Jeder geht seinem Alltag nach. Es besteht kaum Zeit inne zu halten: Studium, erste Berufserfahrungen, neue Wohnungen, neue Städte, interessante Menschen. Liebe und Gefühle wirbeln nur so umher und lassen ganz die Fahrtrichtung vergessen. Doch manchmal drosselt die Bahn das Tempo, die Landschaften ziehen am Waggonfenster vorbei. Die Weite der Brache öffnet den Horizont zum inne halten: Sind die Weichen richtig gestellt?

 

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  1. Pingback: Zeit inne zu halten: Gedanken zum Jahresende in München | nicihood

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