Monat: August 2014

Die schwere Suche nach dem Münchner Meister-Döner

Schon fast zwölf Monate dauert nun schon die Münchner Dönersuche. Verwirrend und zugleich frustrierend ist es überhaupt in diesem Dilemma zu stecken. Wer hätte ahnen können, dass sich die Suche nach einem anständigen Dönerladen als so knifflig herausstellt. Wie in jeder deutschen Großstadt gibt es Dönerbuden en masse. Nun gut – nicht so viele wie in meiner Heimat, aber eine ausreichende Zahl, um aus der Menge eine Perle zu finden. Ehemals in Mannheim hätten die Leute laut gelacht überhaupt auf die Idee zu kommen einen schlechten Döner zu essen. Vegetarischer Yufka beim City Döner, Pide in den G-Quadraten oder lecker Baklava bei Taksim: nur bei dem Gedanken läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Jeden Tag war es möglich lecker türkische Backwaren zu schmankerln. Zur Mittagspause gab es keine Ratlosigkeit. Wenn der Kopf leer ist und der Bauch brummt, dann schnell zum Hauptbahnhof und am Außenfenster ein Lahmacun bestellt. Statt fetter Knoblauch-Joghurt-Soße gab es über das Gemüse lecker, frischen Zitronensaft. So richtige Fehlgriffe waren nicht drin. Die Standardqualität zog sich durch alle Buden. Wie ein …

Briefe aus Afrika – Weisser Sonntag 1954

PAX Windhoek-Weisser Sonntag 1954 Meine liebe Schwester! Heute ist strahlender Sonnentag! Tiefblauer Himmel! In Gedanken bin ich viel bei Euch daheim.Hier gibt es keinen Weissen Sonntag. In Mainburg ist heute Festtag. Ich freue mich mit den Lieben dort. Vielleicht bist du Selber dabei. Ein Festgruss ging rechtzeitig ab. Auch Lenz habe ich geschrieben. Vernachlässigt soll niemand werden, Ihr steht mit alle gleich nahe. Aus den bisherigen Berichten kannst Du Dir ja ein Bild machen über mein „Abenteuerleben“. Und ich fühle mich so froh und frei dabei! Nie hätte ich gedacht, so schnell in die dauernd sich ändernden Verhältnisse mich einschwingen zu können. Ich bin mit der ersten Stunde in jedem unserer Häuser daheim, wirklich daheim. Manchmal frage ich mich, wie das ob der „schollegebundenen Herkunft“ sein kann. Die rechte Antwort bekomme ich in dem Ja zu dem Wege, der der Herrgott eben für mich bestimmt hat. Ich kann und will nicht anders, als in Bereitschaft Seines Willens zu stehen! Ungeahnte Kraft macht das frei. Und Wachsein für den Augenblick. Ein so volles Leben und reiche …

Spaziergang im Münchner Hasenbergl

Die Sonne scheint an diesem Sonntag Mittag – auch im Hasenbergl. Der 24. Stadtbezirk ist ruhig, wenig Menschen begegnen mir. Schlendernd mache ich mir ein Bild des größten Münchner Bezirks. Nach meinem Blog-Beitrag über Münchner Problembezirke, wurde mir geraten doch mal ins Hasenbergl zu gehen. Der Ruf des Stadtbezirks scheint trotz massiver Aufwertung durch die bayerische Landeshauptstadt immer noch miserabel zu sein. Mit eigenen Augen versuche ich mir ein Bild zu machen und der erste Eindruck ist überraschend mau. Vorstadtruhe wohin man schaut. Gähnende Leere auf den Spielplätzen. Nur vereinzelt hört man auf den Grünflächen vor den Wohnblöcken Kinderlachen. Rüstige Senioren kommen mir im Spazierschritt entgegen. Auf der Suche nach Münchens Trash-Bezirk finde ich durchschnittliche, triste Vorstadtmonotonie. Kleine Stadthäuser verstecken sich im Schatten der 50er Wohnbauten. Die sind nicht schön, aber funktional. Auf den Balkonen wehen die unterschiedlichen Landesfahnen der Bewohner. Vom Radio bis zu den Tischgesprächen schallt es in verschiedenen Sprachen aus den zahlreichen Wohnungen. Vielleicht ist es gerade das, was für die Bayern befremdlich wirkt: der Alltag in den meisten deutschen Großstädten. Die …