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Münchens sommerliches Eisvergnügen

Es gibt diese Sommertage, da schwirrt nur „Dolce Vita“ durch den Kopf. Beschwingt fährt man mit dem Fahrrad Schlangenlinien. Folgt keiner Wegspur, sondern nur dem Rhythmus des pochenden Herzens. Das Gewusel der Stadt und der treibende Autolärm werden vom strahlend blauen Himmel überdeckt. Das Summen der Motorroller und die Ritchie Valens „La Bamba“-Melodie im Ohr, schafft das richtige Urlaubsgefühl. Gerade an diesen Tagen fühlt sich München tatsächlich wie die nördlichste Stadt Italiens an. Die zahlreichen italienischen Feinkostläden, Osteriae und vor allem die vielen kleinen Eisdielen unterstreichen das Bild. In kaum einer anderen deutschen Großstadt wird der Gaumen so ausgezeichnet, italienisch verwöhnt. Gerade beim Glace ist der Einfluss der südlichen Nachbarn deutlich zu spüren.

So breit wie ein Fiat 500 wartet die Eistheke von Engert an der Hohenzollernstraße mit vielen farbenfrohen Sorten. Das ist sozusagen die Eisdiele ums Eck´. Nicht einmal 500 Meter Fußweg gibt es hier in Schwabing-West ganz bequem und sehr lecker eine schnelle Eiskugel auf die Hand. Die Waffel darf natürlich nicht fehlen. Seit 60 Jahren werden beim traditionsreichen Familienunternehmen Engert aus München die süßen Kugeln über den Tresen gereicht. Ganz klassisch von Vanille bis zur laktosefreien Version ist für jeden Gaumen etwas dabei.

Etwas verrückter geht es in der Amalienstraße in der Maxvorstadt zu. Inzwischen könnte man fast von der „Eisstraße“ sprechen. Mehrere der Top-Eisdielen Münchens haben sich hier im Univiertel angesiedelt. Wahrscheinlich am ausgefallensten geht es beim verrückten Eismacher zu. Der Eisjunkie hat nicht nur seine Liebe zum Eis in Italien verloren. Mit Herzblut kreiert Matthias Münz ausgefallenste Sorten von Feige-Walnuss bis hin zum Cannabis-Eis. Verrückt sind jedoch auch die langen Warteschlangen.

Geht man zwei Schritte weiter, kann man die kühle süße Erfrischung ohne Verzögerung genießen. Bei der wohl ersten veganen Bio-Eisdiele Münchens Ice Date gibt es zuckerfreies Eisvergnügen. Seit drei Wochen schlemmt sich hier das auf Cashew- und Dattelbasis hergestellte Eis. Ohne Zusatzstoffe werden die fruchtigen Sorten von klassischer Waldbeere, Schoko-Ingwer bis hin zu Erdnuss handgefertigt. Für Eisfreunde mit empfindlichen Bäuchlein nur zu empfehlen!

Folgt man dem Straßenverlauf der Amalienstraße und biegt dann in die Theresienstraße ein, ist das Museum Brandhorst mit seiner bunten Fassade schon fast zu erkennen. An dieser Münchner Straßenecke stehen die Leute nicht nur für den Museumseinlass Schlange, auch beim italienischen Eiskünstler Ballabeni drücken sich die Menschenmassen bis zur Straße. Seit 2006 betreibt der in Padua geborene Giorgio Ballabeni mit seiner Frau Lorella die Eisdiele in der Münchner Museumsmeile. Das Stammhaus ist weit über Münchens Grenzen bekannt und lockt nicht nur einheimische Eisgenießer. Einmal vom Basilikum-Eis gekostet, wird man den intensiven Geschmack nicht vergessen und auf jeden Fall wieder kommen.

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