über den horizont
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Wenn das Wasser bis zum Hals steht: Humedica-Medienkoordinator im Krisengebiet

Hochkarätige Referenten, wahnsinnig spannende Geschichten und Gänsehaut-Momente – das sind nicht nur leere Worthülsen, sondern drei Elemente, die im Humedica Medienkoordinator-Training in Kaufbeuren mit Leben gefüllt wurden. Echte Menschen erzählen Bewegendes aus ihrem Leben als Freiwillige für das Humedica-Krisenteam. Wie ist es als Ersthelfer in einem Krisengebiet zu sein? Nichts ist wie es war. Keine Erfahrung kann die Situation vorstellbar machen. Und nun? Wie geht man vor?

Am Wochenende ging es für ein Medienseminar ins idyllische Allgäu. Auf dem bayerischen Land in Kaufbeuren ist zwar nicht die Welt Zuhause, aber von dem kleinen Dorf wird die Welt bewegt. Humedica, eine internationale Hilfsorganisation mit Hauptsitz in Kaufbeuren, betreut mittlerweile Projekte in über 90 Ländern und überrascht immer wieder in Katastropheneinsätzen mit enorm schneller Hilfe. Als 2013 der Taifun Haiyan auf den Philippinen für extreme Zerstörung sorgte, war das Team um Margret Müller für die bayerische Organisation als einer der ersten Hilfsteams vor Ort. Hauptsächlich durch ihre Arbeit als Medienkoordinatorin konnten Informationen nach Deutschland gelangen. Sie fungierte als Mittelsfrau zwischen der Organisation und der Öffentlichkeit. Als Ansprechpartnerin für die Presse in der Heimat und als Betreuerin für zwei ausgewählte Journalisten vor Ort war sie enorm wichtig. Medienkoordinatoren arbeiten integriert im Humedica-Ärzteteam und sorgen für den Informationsfluss.

Innerhalb von zwei Tagen galt es das Wissen für einen Einsatz im Krisengebiet aufzubereiten. Ziel war die Vorbereitung auf das Unmögliche: Stürme toben, die Erde bebt oder Menschen flüchten, weil der Krieg in ihrer Heimat wütet. Fünf Referenten aus ganz unterschiedlichen Medienbereichen und Erfahrungshorizonten veranschaulichten mit persönlichen Geschichten die Herausforderungen im Krisengebiet. Ganz praktisch zeigten die Vortragenden wie man die vielfältigen Aufgaben im Humedica-Einsatz bewältigt – welche Ängste, Nöte und Sorgen man in den Augenblicken des Unglaublichen hat.

Der Videospezialist Oliver Wanke versuchte u.a. mit seinem Vortrag „Don´t touch that f*** Zoom-Button“ gemeinsam mit uns das Bewegtbild als Geschichtsträger zu nutzen. Einige hilfreiche Tipps gab es obendrauf. Ins rechte Licht rückte der Fotograf Jürgen Schrader seine visuelle Arbeit im Flüchtlingslager in Melkadida. Dokumentarisch hielt er im Einsatz mit Humedica die Situation von über 40.000 Somaliern in Äthiopien fest – ein beeindruckendes Gesamtwerk. ARD-Krisenreporter Carsten Kühntopp lies abschließend die Hoffnungen und Sorgen eines Radiojournalisten anklingen. Gemeinsam mit Humedica-Medienkoordinatorin Margret Müller war er vor einem Jahr im Einsatz auf den Philippinen und berichtete direkt vor Ort von den dramatischen Geschehnissen.

Um tatsächlich in die Datenbank der bayerischen Hilfsorganisation aufgenommen zu werden, muss man ein zusätzliches Training unter Extrembedingungen absolvieren. Die Belastbarkeit und Arbeit im Team wird aktiv auf die Probe gestellt. Erst dann entscheidet sich, ob man vielleicht selbst irgendwann ins Krisengebiet gerufen wird. Bis dahin heißt es, warten und ein Paket für die Humedica-Weihnachtsaktion „Geschenk mit Herz“ schnüren.

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