Monat: November 2014

Goldene Zeiten in der goldenen Stadt Prag

Wer Heidelberg liebt, wird Prag vergöttern. Wie ein Stück Heimat gewürzt mit Ostcharme wirkt die Stadt an der Moldau. Die Hauptstadt Tschechiens begeistert mit einer Fülle von Altbau-Fassaden. Was man in deutschen Städten meist nur noch partiell vorfindet, ist hier die Grundsubstanz des Stadtgesichtes. Verschnörkelt, stolz und vor allem echt – so zeigt sich die Prager Innenstadt. Auch wenn große Teile Prags durch Renovierungen neu rausgeputzt wurden, scheint doch an der ein oder anderen Stelle die Geschichte der bewegten Stadt hindurch. Die Risse an den Stuck-Ornamenten eröffnen einen kleinen Blick in vergangene Zeiten. Zeiten als die goldene Stadt als politisch-kulturelles Zentrum Mitteleuropas glänzte. Der Mix aus böhmischer, deutscher und vor allem auch jüdischer Kultur zieht sich durch die ganze Prager Innenstadt. Gerade die Gründung der ersten deutschsprachigen Universität 1348 prägte Prag als Wissenshochburg. Bis heute bestehen innerhalb der deutschen Hochschullandschaft enge Verbindungen zur bevölkerungsreichsten Stadt der tschechischen Republik. Besonders die Erasmus-Studenten erfreuen sich der deutschen Lehrsprache. Auch abseits der Lehrtempel ist die deutsche Sprache noch allgegenwärtig. Nicht nur, dass die meisten Prager fließend Deutsch sprechen …

Briefe aus Afrika – August 1976

Kerschlach, 6.8.1976 Liebe Irma und lieber Lenz! Euch beiden sollen die zwei „Kerschlacher Urlauber“ besonders herzliche Grüße mitbringen. Dazu zum 10. August für Dich, Lenz, meine herzlichsten Namenstagswünsche: Gottes Segen und Schutz, Gesundheit und Zufriedenheit, damit die Familie noch manches Jahr Dich zu eigen hat! Die beiden bringen ein wenig mit zum (…) Festtag. Laßt es Euch zusammen schmecken! Alles vom eigenen Betrieb. Iris und Gerhard sind ein stilles und vernünftiges Paar. Mir haben sie einen guten Eindruck hinterlassen. Leider war die Sonne zu wenig, aber beide haben doch in der Umgebung so manches gesehen. Wir dreschen gerade die Gerste, mit mittelguter Ehrung. Weizen und Hafer sind noch nicht reif. Uns hat die große Trockenheit nicht zu viel geschadet. Das Futter hat immer gereicht. Der Vater im Himmel sorgt doch immer wieder für alle und alles! Iris und Gerhard könne Euch sicher eine Menge erzählen über die nicht gerade kleine Kiermeier- Verwandtschaft in der Holledau – um den 15. September herum gehe ich für etwa 2 Monate nach Rom zum Generalkapitel. Ich melde mich dann …

Spaziergang im Münchner Schlachthofviertel

25 Jahre ist es her und die Sonne scheint. Hier in München ist der Mauerfall nur eine Randnotiz. Dieser Sonntag in der deutschen Geschichte spielt in der Hauptstadt. In Berlin rollen die Tränen – Erinnerungen werden wach gerufen. Hier in München ist es ein Sonntag, so schön, aber auch so normal wie jeder andere. Perfekt für einen Spaziergang, von der Lindwurmstraße kommend, durch die Isarvorstadt. Der südlich der Altstadt gelegene Stadtteil bildet gemeinsam mit der Ludwigsvorstadt den 2. Stadtbezirk Münchens. Gerade durch die neu entstehenden Kneipen und Restaurants im Glockenbachviertel und dem Gärtnerplatz zählt dieser heute zu Münchens „In-Vierteln“. Eher unscheinbar wirkt dagegen das angrenzende Schlachthofviertel. Der Name eilt seinem Ruf voraus. Kaum zu übersehen floriert auch heute noch das Metzgergewerbe. In den Hallen des Münchner Fleischgroßmarktes an der Tumblingerstraße werden täglich die Messer gewetzt, um die Frischware feil zu bieten. Neben den tierischen Produkten werden vor allem Waren aus dem Mittelmeerraum angeboten – frische Tomaten, Mandarinen und Feigen. Geografisch günstig gelegen kommen zwei Drittel der Großmarkt-Lieferungen aus Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei. Der …