sehenswert
Kommentar 1

Spaziergang im Münchner Schlachthofviertel

25 Jahre ist es her und die Sonne scheint. Hier in München ist der Mauerfall nur eine Randnotiz. Dieser Sonntag in der deutschen Geschichte spielt in der Hauptstadt. In Berlin rollen die Tränen – Erinnerungen werden wach gerufen. Hier in München ist es ein Sonntag, so schön, aber auch so normal wie jeder andere.

Perfekt für einen Spaziergang, von der Lindwurmstraße kommend, durch die Isarvorstadt. Der südlich der Altstadt gelegene Stadtteil bildet gemeinsam mit der Ludwigsvorstadt den 2. Stadtbezirk Münchens. Gerade durch die neu entstehenden Kneipen und Restaurants im Glockenbachviertel und dem Gärtnerplatz zählt dieser heute zu Münchens „In-Vierteln“.

Eher unscheinbar wirkt dagegen das angrenzende Schlachthofviertel. Der Name eilt seinem Ruf voraus. Kaum zu übersehen floriert auch heute noch das Metzgergewerbe. In den Hallen des Münchner Fleischgroßmarktes an der Tumblingerstraße werden täglich die Messer gewetzt, um die Frischware feil zu bieten. Neben den tierischen Produkten werden vor allem Waren aus dem Mittelmeerraum angeboten – frische Tomaten, Mandarinen und Feigen. Geografisch günstig gelegen kommen zwei Drittel der Großmarkt-Lieferungen aus Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei. Der Münchner Großmarkt zählt heute neben dem von Rungis bei Paris und dem Unidad Agroalimentaria de Barcelona zu den größten europäischen Märkten für Blumen und Lebensmittel.

Ein reges Treiben herrscht da wohl unter der Woche. Ganz entspannt schlendert es sich jedoch am Wochenende entlang. Die Tumblingerstraße steht nicht nur für bunte Obstwaren, sondern auch für eine rege Münchner Streetart-Szene. Wie eine kleine Galerie zieren Freiluft-Kunstwerke die Mauern des Schlachthofgeländes. Da kommen doch ein wenig Erinnerungen an die East-Side-Gallery auf. Wohl keine andere Straße der Alpenmetropole zentriert Münchens künstlerische Kreativität. Hier in der Isarvorstadt reiht sich Kunstwerk an Kunstwerk – so bunt wie der Herbst selbst. Ungewöhnlich für München scheint es hier noch legal zu sein die Spraydosen auszupacken. Hier findet sich eine kleine Streetart-Perle in der meist sehr geschleckten bayerischen Landeshauptstadt. Doch wie lang ein Kunstwerk hier Bestand hat ist fraglich. So rar die Flächen sind, so begehrt wahrscheinlich auch.

Hinter der Unterführung ist der Zauber auch schon wieder vorbei. Folgt man dem Weg bis zur Implerstraße dominieren wieder die gutbürgerlichen Wohnhäuser. Münchens schicker Altbau hat wieder die Überhand. Zwischendrin lädt das charmante Café Dankl 32 an der gleichnamigen Straße zum Verweilen ein. An diesem – auch für München – historischen Tag genießt sich hier der Kaffee besonders gut.

1 Kommentar

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s