Monat: Januar 2015

Die Antwoord im Münchner Zenith – kurz aber laut

Die Antwoord ist kurz aber laut. Bähm – steht dieses Persönchen im Münchner Zenith auf der Bühne. Das Licht blitzt und lässt kaum Platz für Yolandi Visser. Doch die Stimme trifft wie ein Flash jeden der 4.000 im Raum. Die Mischung aus hartem Beat und melodischem Rap ist verwirrend und zugleich ansteckend. Der südafrikanische Klang aus dreckigem Afrikaans und modernem Heute bewegt. Erst langsam, dann ganz exzessiv lässt sich die Menge in Münchens größter Event-Halle an der Lilienthalallee mitreisen. Als wäre der Abend nur ein Hauch von Sekunden, verschwimmen die Songs von Ninja und Yolandi ineinander – werden zu einem langen Rap-Rave-Rhythmus. Blitze und schrille Bilder durchbrechen und verbinden gleichzeitig die bunte Musik und die wilden Bewegungen. Der Flair des alten Münchner Industriegeländes trägt die Mischung aus abenteuerlichen Klängen. Die südafrikanischen Einflüsse aus der Heimat kanalisieren Die Antwoord in Zef, wie sie ihre Kunst nennen. Sozialkritisch schreien sie ihre Nachrichten ins Münchner Publikum. Laut und kurz. Am Ende bleibt man verstört und angetan zurück.

Zeit der Solidarität – München ist bunt

Es ist Zeit zum Nachdenken. Die Welt hält für ein paar Sekunden den Atem an. Alles dreht sich. Sicherheiten verfliegen, Sicherheiten in der Haltung kommen. Die Menschen werden wieder politischer und gehen auf die Straße. Die Generation der Verdrossenen wurde geweckt. Nun lohnt es sich wieder Stellung zu beziehen. Lange wurden wir von den alten 68ern kritisiert, dass wir keine Meinung mehr haben, alles für selbstverständlich ansehen. Und ja – was sollte uns in der sicheren Komfortzone bewegen? Welche Aufbruchswellen sollten stark genug sein, um persönlich aktiv zu werden? Wir sind in Watte gepackt, sorgenlos aufgewachsen. Die Aufstiegschancen waren noch nie so einfach greifbar wie momentan. Bildung ist eine Selbstverständlichkeit. Der Zugang zur Zukunft ist ohne große Hindernisse. Unsere Eltern mussten sich viel erkämpfen, was für uns unsichtbar ist. Rechte stützen unser Leben, für die Menschen alles gegeben haben – unsichtbare Opfer. Doch jetzt wird jeder Einzelne gefordert. Wir werden herausgeholt aus unserer Wattewelt. Und das ist gut so! Die Zeiten nach dem Pariser Anschlag schreien unter den Flaggen von #CharlieHebdo und #JesuisCharlie nach Freiheit. …

Zum Neuen Jahr gibts Schneegefühle in St. Anton

Es ist die kühle, frische Luft und der stahlblaue Himmel, der einen erfasst. Die Sonne steht am Himmel und strahlt genauso wie die schneeweiße Piste unter meinen Ski. Losgelöst vom Alltag, losgelöst von der restlichen Welt setze ich in St. Anton zum ersten Schwung an. Sanft und zugleich dynamisch greift die Kante den Schnee – bahnt sich ihren Weg. Über die ganze Länge zieht sie sich ihre Spur und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Wie ein Zeichenpinsel fahre ich Schwung für Schwung über den Hang – kreiere mein persönliches Fahrmuster. Mit jeder Linie rückt das vergangene Jahr ein Stück weiter weg. Hoch am Gipfel der Valluga steht die Welt für ein paar Sekunden still. Der Wind weht jeden einzelnen Gedanken mit – trägt ihn über die Gebirgskette hinunter ins Stanzertal. So lässt sich das Neue Jahr beginnen. Eine Autostunde von Innsbruck entfernt, liegt wohl einer der bekanntesten Wintersportorte der Welt. Das beschauliche Dorf St. Anton am Fuße des Hausberges Gampen gilt nicht nur als Freeride-Mekka, sondern auch als die Wiege des alpinen Skifahrens. …