über den horizont
Kommentare 2

Kein München Vergleich. Berlin ist Berlin.

Oh nicht schon wieder vergleichen. München und Berlin – zwei Städte und ein ständiger Vergleich. Wieso? Keine Ahnung. Lebt man in einer der Städte, wird man sich diese Frage nie stellen. Denn die Stadt ist nun mal die Stadt. München ist München.

Und Berlin ist eben Berlin. Dreckig aber echt. An manchen Ecken zumindest noch. Doch wenn man sein Airbnb auf dem Prenzlberg bezieht, kommt einem doch ein Hauch von Heimat. Das erste was einem ins Auge fällt: Bayerischer Wurstsalat im Weihenstephan-Gasthaus. Mhh schon in München spar ich mir den Bayerischen Wurstsalat. Und im Späti Wulle Bier und Rothaus!? Was passiert hier…

In diesem Moment zweifelt man doch an der Flugroute. Bin ich tatsächlich in der Hauptstadt gelandet? Kurz die Augen schließen. Keine Zweifel. Ich befinde mich in einer schönen Altbau Wohnung inmitten Berlins. Die Holzdielen knarzen, die Sonne erhellt das Zimmer durch die beigen Vorhänge. Es ist Sommer und hier kommen drei Plätze, die Berlin Berlin sein lassen.

Der Mauerpark & das Stadion

Nicht mal einen Steinwurf entfernt, eröffnet sich ein großer Platz voller Leben. Der Mauerpark. Wer nicht einmal hier auf dem Flohmarkt am Mauerpark war, hat wirklich etwas verpasst. So ein bisschen London Trash und südländischer Bazar trägt einem durch die Ansammlung von Pavillons und Hütten. Musik mischt sich unter Geschrei. Neben alten Muffel-Klamotten finden sich Sammel-Schätze und dazwischen trennt sie nur ein Matschfeld, durch das jeder durchmarschiert. Hin und wieder fallen Kleider von den Ständen rein. Keinen kümmert es.

Wer nicht auf dem Flohmarkt sein Glück versucht, grillt auf dem Feld zwischen den Welten. Ein Ort, der zwischen Neubau und Geschichte hängt. Ein Schwein dreht sich auf einem provisorischen Spieß und die Familie wartet auf das große Sonntagsmenü. Daneben spielen die Jungs Fußball. Der Lederball ist genauso verranzt wie der Rasen. Der Geruch des Grillschweins zieht Richtung Jahnsportpark. Dort mischt er sich mit den Dämpfen der Spraydosen. Wie eine offene Galerie entstehen die Graffitis an der Außenwand des Stadions, wachsen und verändern sich. Die bunten Lines werden von ganz unterschiedlichen Berlinern gezogen, verbinden sich und bilden ein großes Ganzes – wie ein Abbild des Mauerparks selbst.

Im Inneren des Berliner Sportparks – wie der frühere Name war – warten 24.000 Sitzplätze auf Fußball, Leichtathletik-Aktion und American Football der Berliner Adler. Das nach Sitzplätzen zweitgrößte Stadion Berlins war die erste Spielstätte der Hertha. Damals noch BFC Hertha genannt. Heute kämpft unter anderem der BFC Dynamo im Jahnsportpark um Ligapunkte.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

East Side Gallery & der Biergarten

Weltbekannt, aber niemals vergessen. Die East Side Gallery ist nicht nur Denkmal, sondern auch dauerhafte Open-Air-Galerie in Friedrichshain. Es ist viel los, man hört ein Wirrwarr an Sprachen. Als würde sich die Welt hier über den Weg laufen und die Hand geben. So muss es wohl auch im Frühjahr 1990 gewesen sein, als die Berliner Mauer sich öffnete. Über Hundert Künstler aus den unterschiedlichsten Ländern kreuzten die Pinsel und hauchten dem Beton der Trennung Leben ein. Bis heute spürt man die Hoffnung auf eine friedliche Zukunft.

Gerade auf der anderen Seite der Spree an der U-Bahn Stadion Heinrich-Heine-Straße geht es auch ganz friedlich zu. Unter dem Schatten der Bäume lässt sich der Sommer in der Hauptstadt aushalten. Fränkisches Bier und wieder mal Wurstsalat kommt im Republik Frank und Frei auf den Tisch. Der kleine, versteckte Biergarten lässt zwar bayerisches Flair erahnen, aber ist mit dem Doppeldeckerbus im Garten so Berlinerisch, dass man selbst den Wurstsalat nicht so recht zuordnen kann. Prost!

 

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Alt-Schmöckwitz und der See

Mit diesem Titel könnte ein gutes Buch beginnen. Und wäre ich nicht real in einem der schönsten Ecken der Hauptstadt, würde ich wahrscheinlich davon träumen. Sommer in Berlin, bedeutet auch Sommer am See. Rund um den Hauptstadtkern ziehen die Berliner ihre Kraft aus dem Wasser. Oder besser gesagt: im Wasser. Denn die Berliner Seenlandschaft ist wohl einer der größten Schätze der Stadt. Also Badesachen packen und mit den Öffentlichen bis zur Haltestelle Alt-Schmöckwitz fahren. Das Strandbad an der Dahme befindet sich genau an der Stelle, wo der Zeuthener See und der Seddin See ineinander übergehen. Viel Wasser also garantiert.

Wer dazu noch an der Humboldt-Universität aktiv ist, kann SUP oder Segelkurse im Uniklub am See machen. Das Wassersportzentrum der HU liegt nämlich perfekt mit Zugang zum Zeuthener See. Ein kleines Paradies in mitten von Neubau-Villen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

2 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s