über den horizont
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Laax – Drama Baby 

Die Natur ist manchmal ganz schön dramatisch. Da wirkt sie so unscheinbar, still wie ein schüchternes Mädchen. Ohne Makeup sitzt sie so in ihrer verdeckten Schönheit da und wartet nur auf den richtigen Moment.

Ohne, dass man es fordert, steigt sie dann im richtigen Augenblick auf die Bühne und zeigt ihre volle Schönheit. Als wäre es das selbstverständlichste einem den Atem zu rauben. Man steht nur noch da und schaut. Schön und kraftvoll schimmert das Sonnenlicht durch die blaugrauen Wolken und beleuchtet die Bergszenerie in perfekter Form. Die rauen Fels-Konturen bekommen ihren Charakter-Anstrich und spielen mit den weißen Schneebrettern ihr Wechselspiel. Bezaubernd.

Das war der Laax-Moment, der sich ins Herz geschlichen hat. Drama Baby, Swiss Drama auf 3.000 Meter. Die Luft dünn, aber die Augen groß. Versuchen alles aufzufangen und in den Erinnerungen für ewig zu speichern. Der Versuch scheitert, denn die Schönheit der Berge ist ein Gefühl das die Augen vergeblich greifen.

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Flims Laax Falera – nun bin ich da, nun gib mir, was alle sagen. Wo sind die unendlichen Hänge, Powder, Paradies für Freerider? Wo finde ich das Traumziel für Schneesüchtige? Der Ruf dieser graubündner Skiregion eilt voraus bis nach München.

Die 1.600 Seelen-Gemeinde, die schon 1962 den Crap Sogn Gion touristisch erschlossen hat und damit sich selbst aus ärmlichen Verhältnissen ins neue Zeitalter katapultiert hat, steht für das große Schnee-Abenteuer. Die neue Superpipe lockt die Pros in den kleinen Schweizer Skiort. Es ist wohl die größte permanent betriebene Halfpipe weltweit. Mit 6,90 Meter Höhe fliegen hier die Freestyle-Könige und auch die Amateure, denn die Pipe ist frei zugänglich.

Laax – Drama Baby

Laax – Drama Baby

Auch diesem Umstand verdankt Laax, dass so einige Freestyle-Bilder und Videos auf Instagram herumschwirren und süßlich wie Honig die Schnee-Bienen anlocken. Aber es lohnt sich. Mag die Schweiz einen schmerzen was Liftpreise und Verpflegung angeht, so beeindruckend ist auch die Bergkulisse und die Fahr-Möglichkeiten. Da steht man auf 3.000 Meter und fühlt sich geerdet, weil die Bergspitzen drum herum noch höher in den Himmel ragen.

Modern ist hier nicht das Stichwort, dafür aber Natur. Ausstattung und Lifte können den Österreichern nicht das Wasser reichen, aber mit solchen Erwartungen reist man nicht ins Kanton Graubünden. Denn die Zeit dreht sich hier etwas langsamer. Entschleunigung in seiner reinsten Form. So hält sich das Rätoromanisch, ein Mix aus Deutsch und Italienisch in der Alltagssprache, wie auch die Schweizer Klischees von Käsefondue und Schoki. Die Lifte schwingen so vor sich hin, als hätten sie keinen Druck ankommen zu müssen. Die Mitarbeiter der Bergbahn grüßen mit einem Lächeln und hängen die breiten Latten mit Schnüren an die Gondeln. Zeit spielt keine Rolle. Das ist wohl das Geheimnis von Berg und Natur. Der Laax-Moment.

Laax – Drama Baby

Laax – Drama Baby

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