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Der Balkon ist frisch und der Grill heiß – Sommer in München

Gerade sitze ich auf meinem Münchner Balkon – das Heiligtum der Wohnung. Um mich rum grünt es. Herrlich wie sich so ein Stück Stadtnatur anfühlt. Ein Raum, der doch eigentlich keiner ist, gibt einem Energie und das Gefühl von Freiheit. Gerade für uns Landkinder ist das Stück „hängender Raum“ wichtig. Im Haus mit Garten aufgewachsen, fühlt man sich schnell eingesperrt – wie in einer zu kleinen, zu dunklen Kiste. Aber dieser luftige Raum, der eigentlich nur so an die Wohnung angedockt ist, birgt ein Gefühl von Luxus. Damals bei der Wohnungssuche war dieser Punkt wichtig, aber gerade in München muss man auch Kompromisse eingehen. Für eine gute Lage, wäre die Idee vom eigenen Balkon schnell vom Tisch gewesen. Deshalb sehe ich dieses Stück persönliche Schutzzone als besonderes Geschenk. Hier hat man das Gefühl von Italien, von Urlaub, von Sommer. Vor allem bei den deutschen Sommern, die so kurz, wie unbeständig sind, sehnt man sich nach ein bisschen Grün. Hier lässt es sich von Frühjahr bis Spätherbst aushalten. Geschützt im Innenhof der Großstadt hält sich die …

Balkongärtnerei – die erste Ernte

Mein grüner Daumen ist so ausgeprägt wie eine kümmerliche Pflanze. Umso stolzer war ich, als die erste Tomate langsam rötliche Farbe annahm. Auf dem Schwabinger Balkon wurde der Keim einer reichen Ernte vor Monaten gesät. Kübel wurden herangeschafft, Erde angekarrt und in den Pflanzentöpfen verteilt. Samen für Samen sorgsam in die Erde gesteckt, gegossen und gewartet. Geduld war der Schlüssel zum Spross. Den Tauben und dem Regen strotzend wuchsen die kleinen Pflanzlinge – Basilikum, Oregano, Minze und Tomaten. Schließlich gehören diese Zutaten zu jedem guten Gericht in der Kiermeier´schen Küche. Wie meine Oma zu sagen pflegte, lieben die Tomaten Sonne, aber Halbschatten ist noch besser. Genügend Wasser schadet nie für eine volle Frucht. Und siehe da: die erste Ernte kann eingefahren werden. Balkongärtnerei juche.

Münchner Osterüberraschung

Taubengrau ist meine Lieblingsfarbe. Aber das ist auch das Einzige was an diesem Gefiedertier sympathisch ist. Landkinder wurden ihr Leben lang darauf vorbereitet Misthaufen auszuweichen, Rasen zu mähen und Goldfische zu füttern. Tauben zählen zu den Zuchttieren. Ausgewählte Arten werden im Verschlag gehalten, gepflegt und gefüttert. Abgeschottet von der Außenwelt hausen die kleinen Flugmonster unter sich. Kaum lebt man in München, dreht sich das Bild. Keine Spur vom Zeichen des Friedens. Obwohl diese Vögel mit einem moppeligen Rumpf und einem Minikopf aufwarten, beeindrucken sie mit Geschick und Hartnäckigkeit. So klein kann dieses Federhaupt gar nicht sein. Mit allen Mitteln und Tricks versuchen sie den heimischen Balkon zu besetzen. Wie Zecken beanspruchen sie das Wirtshaus. Entgegen den schlechten Netzbauqualitäten schaffen die Stadttauben allerlei Unrat herbei. Unbeeindruckt von stechenden Schreien und Rabenattrappen, beanspruchen die Grauvögel ihr Revier. Trotz feinmaschigem Netz klettert die Taubenmama unter dem Gitter hindurch, baut für den Nachwuchs ein gemütliches Nest im Blumentopf und zeigt sich kampfwillig. Schöne Osterbescherung. Doch kampflos wird das Balkon-Feld auch auf Landkinderseite nicht geräumt.