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Briefe aus Afrika – Juli 1975

Kerschlach, 17.7.1975 All Ihr Lieben in Waibstadt! Lasst Euch alle wieder einmal recht herzlich grüssen! Die Gedanken und mein Gebetsgedenken wandern ohnehin täglich zu Euch allen. Hoffentlich geht es Euch gut und zeitgemäss ordentlich! Wie steht es bei Papa mit der Gesundheit? Hoffentlich haben sich die Kräfte wieder einigermassen eingestellt. Zu dem ist der Sechziger auch zu verkraften. Aber sicher helfen alle gut mit, so dass wieder alles geschafft werden kann. Was machen die Felder? Steht alles gut? Bei uns regnete es bis jetzt fast zu viel. Am 4. Juli ging ein schweres Unwetter über uns hinweg. Gegen nachmittags vier Uhr wurde es dunkel wie um Mitternacht und ringsum war alles voller schauervoller Wolken. Ein Blitzen und Krachen! Gott sei Dank, der Hagel dauerte nicht zu lange an. Ein Streifen wurde getroffen: Mais, Weizen und Wintergerste hat es geschadet. Wir sind aber froh, dass sich das Unwetter bei uns nicht voll entladen hat. In Tutzing fiel ein starker Hagel und noch mehr um Starnberg. – Viele Gewitter gibt es, und wir haben Mühe, unser Heu …

Briefe aus Afrika – Juli 1972

Kerschlach, 11.7.1972 Lieber Lenz und liebe Irma mitsamt den Kindern! Langsam rückt die Ferienzeit für die Schulkinder heran, und darum melde ich mich nochmals an mit dem Angebot, ein paar Kinder für zwei bis drei Wochen – falls es Euch so recht sein sollte – mir hier in Kerschlach* auf unserm Bauernhof zu überlassen. Ich werde schon aufpassen, dass ihnen nichts passiert. Tante Kathel hat mich in ihrem letzten Brief wieder daran erinnert. Es entstehen für Euch keinerlei Ausgaben, ausser der Fahrt. Und zudem denke ich, dass Manfred sicher die Kinder bringen wird mit dem Auto. Er kann ja hier übernachten. Nun meine besondere Frage: Kommen nur Buben oder auch Mädels und in welchem Alter, damit wir die Zimmer richten können. Als Zeit käme allerdings erst Mitte August in Frage, weil vorher zwei Familien mit Kindern hier sind – auch aus dem Badenerland. Bitte, schreibt mir also umgehend, damit ich mich einstellen kann. Ich meine, dass die Ferien doch sicher bis Ende August, anfangs September dauern. Den Kindern tut sicher ein Bayernaufenthalt gut und sie …

Briefe aus Afrika – August 1970 II

Ettiswil, Schweiz – 1. August 1970 Ihr Lieben in Waibstadt! Darf ich wieder einmal zu einem kurzen brieflichen Besuch kommen? Ob die Buben überhaupt Zeit haben vor lauter Vakanz? Gelt, die Ferien müsst Ihr doch gründlich ausnützen, damit hernach die Schule wieder schmeckt. Jetzt aber zuerst allen einen allerherzlichsten Gruss aus der Schweiz. Für zwei Wochen bin ich hier gewesen und werde nächsten Mittwoch wieder nach Rom, in das heisse Italien, zurückfahren. Heute ist der grosse Schweizer Nationalfeiertag zur Erinnerung an den Zusammenschluss der Kantone. Seitdem ist dem Lande der Frieden erhalten geblieben. Das spürt man auch. Die Leute sind sehr arbeitsam und rührig, sehr sauber und ordnungsliebend. Die schmucken Häuser mit den roten Geranien sind jedesmal ein erfreuliches Bild. Gestern abend – ich schreibe heute am Sonntag – weiter, war noch ein grosses Feuerwerk mit Musik und Tanz bis tief in die Nacht hinein. Die Feuer rings auf den Bergen waren mit das Schönste u. sagen sehr viel. Licht und Feuer sind zeichen für vieles. Die Jugend hatte es besonders wichtig. Wie ich hörte, …