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Die Wiesn: ein Fest der Paradoxa

Da hängt er nun in seiner vollen Pracht. Wird bewundert und von den Wiesn-Gästen angestaunt, der Mattl. Sein stolzes Gewicht von zehneinhalb Zentner prangt in der Ochsenbraterei groß auf einer Tafel – eine Art letzte Ehre. Ein Bulle wird aus seiner Anonymität gerissen und bekommt ein persönliches Gesicht. Irgendwie löblich bei der Masse an Tieren, die über den Oktoberfest-Tresen gehen. Wie schnell die tausend Wiesn-Bedienungen mit ihren starken Armen die großen Platten mit Fleischtellern über ihren Köpfen balancieren – eine nach der anderen – so schnell wird die Tafel auch wieder leer gewischt und mit Kreide neu beschrieben. Neuer Ochs auf dem Grill, neuer Name auf der Tafel. Ganz schön paradox diese Oktoberfest-Zeit. Ein Fest der Superlative scheint in der Öffentlichkeit als traditionelles Volksfest. Gar heimelig fühlt sich die Wiesn an. Eigentlich nur auf das Areal der Münchner Theresienwiese reduziert, ist es inzwischen ein Weltfest. Die Marke Oktoberfest ist kein Münchner Kind mehr, sondern expandiert in alle Herren Länder. Von den amerikanischen Staaten bis hin zum asiatischen Ableger. Der in der bayerischen Landeshauptstadt geborene Volksfest-Mythos …

München ohne Biergarten ist wie Hamburg ohne Fischmarkt

Nicht nur zur Oktoberfest-Zeit ist die bayerische Landeshauptstadt für die große Auswahl an Biergärten bekannt. Einst sind die gemütlichen Trinkorte wegen den schlechten Kühlmöglichkeiten der Münchner Bierbrauer entstanden. In Kellern unter den Brauereigärten gelagert, blieb das Hopfengetränk stets frisch. Die Kastanien oberhalb sorgten zusätzlich für Schatten. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das bayerische Kultgetränk schließlich nicht nur in Fässern verkauft, sondern direkt im Braugarten gezapft. 1812 legalisierte König Max I. Joseph schließlich die wild gegründeten Münchner Biergärten und schaffte die bis heute beliebtesten Orte zum einkehren. Um zu erkennen, ob es sich um einen „echten“ Biergarten handelt, einfach Obazda und Brezn einpacken. Denn laut Bayerischer Biergartenverordnung ist das Mitbringen von Brotzeit ausdrücklich erlaubt. Am Olympia-Berg beispielsweise gibt es nur einen Ort, der sich bei jedem Spaziergang oder Joggingrunde zum einkehren lohnt. Versteckt hinter Sträuchern und Bäumen liegt auf 564 Metern der höchste Münchner Biergarten. Einst wurde die Münchner Olympia Alm als Kiosk für die Bauarbeiter des olympischen Geländes 1972 eingerichtet. Auf dem Schuttberg aus dem Zweiten Weltkrieg, machten die Arbeiter am sonnigen Hang ihre Brotzeit. …

Die Vorbereitungen laufen – Oktoberfest 2014

Es wird gehämmert, gesägt und aufgebaut. Schon seit Wochen wächst die kleine Holzstadt auf der Theresienwiese. Wie jedes Jahr müssen die Buden und Zelte von Hand aufgeschlagen und eingerichtet werden. Mit Monaten Vorlauf starten die Vorbereitungen für das 181. Oktoberfest in München. Der Nationalfeiertag in der bayerischen Landeshauptstadt zählt zum jährlichen Höhepunkt der Festsaison. Rund 6,4 Millionen Besucher strömten im vergangenen Jahr für die zweiwöchigen Festlichkeiten in die Stadt. Tradition wird in Bayern hochgehalten, so steigt auch dieses Jahr traditionell zur Wiesn der Maßpreis erstmals auf über zehn Euro. Das ist historischer Rekord und lässt schon den ein oder anderen granteln – Zerfix! So wie die Buden von Woche zur Woche wachsen, so laufen nun auch die heimischen Outfit-Vorbereitungen an. Passend gekleidet soll es dieses Jahr mit den Geschäftskollegen aufs Volksfest gehen. Da kommt der Shoppingbesuch meiner Cousinen gerade gelegen. Der Weg mit den Mädels führt direkt in die Innenstadt. Rund um den Marienplatz bieten einige Läden ein breites Trachtensortiment. Von Haute Couture-Dirndl bis zum einfachen Waschdirndl ist für jedes Portemonnaie was dabei. Schnell in …