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München ohne Biergarten ist wie Hamburg ohne Fischmarkt

Nicht nur zur Oktoberfest-Zeit ist die bayerische Landeshauptstadt für die große Auswahl an Biergärten bekannt. Einst sind die gemütlichen Trinkorte wegen den schlechten Kühlmöglichkeiten der Münchner Bierbrauer entstanden. In Kellern unter den Brauereigärten gelagert, blieb das Hopfengetränk stets frisch. Die Kastanien oberhalb sorgten zusätzlich für Schatten. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das bayerische Kultgetränk schließlich nicht nur in Fässern verkauft, sondern direkt im Braugarten gezapft. 1812 legalisierte König Max I. Joseph schließlich die wild gegründeten Münchner Biergärten und schaffte die bis heute beliebtesten Orte zum einkehren. Um zu erkennen, ob es sich um einen „echten“ Biergarten handelt, einfach Obazda und Brezn einpacken. Denn laut Bayerischer Biergartenverordnung ist das Mitbringen von Brotzeit ausdrücklich erlaubt. Am Olympia-Berg beispielsweise gibt es nur einen Ort, der sich bei jedem Spaziergang oder Joggingrunde zum einkehren lohnt. Versteckt hinter Sträuchern und Bäumen liegt auf 564 Metern der höchste Münchner Biergarten. Einst wurde die Münchner Olympia Alm als Kiosk für die Bauarbeiter des olympischen Geländes 1972 eingerichtet. Auf dem Schuttberg aus dem Zweiten Weltkrieg, machten die Arbeiter am sonnigen Hang ihre Brotzeit. …

Rodeln mitten in Schwabing oder Ausflug in die Berge

Nur der Schnee fehlt. Mitten in Schwabing ist der Ski- und Rodelhang im Luitpoldpark bereitet. Die Schilder weisen den Weg. Zum Schutz vor Verletzungen sind Strohballen um die Bäume geschnürt. Doch der Winter spielt nicht mit. Statt Eiskristallen, fallen nur die Blätter vom Baum. Das Isartal ist zu flach um jetzt mit Schnee aufzuwarten. In den höheren Lagen wird das Wasser eher noch zu fahrbarem Untergrund. Binnen einer Stunde geht es von München aus in die ersten Skigebiete. Wer nicht mit dem Auto oder der Bahn ins Gebirge fährt, schließt sich den zahlreichen Bus-Tagestrips an. Seit der erste Skilift 1949 ratterte, rasen die Münchner Bergsportler über die Almwiesen von Sudelfeld, welche letzten Jahres zum familienfreundlichsten Skigebiet des Landes gekürt wurde. Knapp sechzig Kilometer von München zählt nach Lenggries auch Brauneck zu den beliebten Ski-Ausflugszielen. Der Latschenkopf lädt mit seinen sonnigen Hängen zum Wedeln ein. Für Skitouren locken die Gebirge am Spitzingsee. Der größte Hochgebirgssee Bayerns bietet auch den alpinen Langläufern traumhaftes Alpenpanorama. Neues Jahr bedeutet mehr Bewegung – ab in die Berge.

Münchner Weihnachtsmarkt

Tausend kleine Lichter. Der Geruch von Spekulation ist in der Luft. Das wars – die Weihnachtszeit ist vorbei. Geschenke wurden gesucht, eingekauft, ausgepackt, umgetauscht. Die vollen Kühlschränke sind nun wieder leer gefuttert. Der Hüftspeck prall. Aufs Neue Jahr angestoßen, geht jeder wieder seinem alten Trott nach. Mit guten neuen Vorsätzen fallen die Routinearbeiten leichter. In Erinnerung bleiben neben den schön geschmückten Weihnachtsbäumen die bunten Stände mit allerlei Krimskrams. Erleichtert ist man dieses Jahr den hiesigen Verkäufern nur beim Punsch erlegen zu sein. Meist stark kommerzialisiert gleichen sich zur Adventszeit die Christkindlmärkte, wie sie in Bayern genannt werden. Von Marienplatz bis Sendlinger Tor schieben sich die Touristen durch die Menge. Stets die gleiche Dampfnudel-Tante neben dem Wurst-Horst. Der Schwabinger Weihnachtsmarkt an der Münchner Freiheit überrascht da jedoch mit ungewohnt individueller Ladengestaltung. Gemütlich trinkt sich der Glühwein an einen der Kunststände. Das Buden-Arrangement überzeugt.