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Spaziergang im Münchner Schlachthofviertel

25 Jahre ist es her und die Sonne scheint. Hier in München ist der Mauerfall nur eine Randnotiz. Dieser Sonntag in der deutschen Geschichte spielt in der Hauptstadt. In Berlin rollen die Tränen – Erinnerungen werden wach gerufen. Hier in München ist es ein Sonntag, so schön, aber auch so normal wie jeder andere. Perfekt für einen Spaziergang, von der Lindwurmstraße kommend, durch die Isarvorstadt. Der südlich der Altstadt gelegene Stadtteil bildet gemeinsam mit der Ludwigsvorstadt den 2. Stadtbezirk Münchens. Gerade durch die neu entstehenden Kneipen und Restaurants im Glockenbachviertel und dem Gärtnerplatz zählt dieser heute zu Münchens „In-Vierteln“. Eher unscheinbar wirkt dagegen das angrenzende Schlachthofviertel. Der Name eilt seinem Ruf voraus. Kaum zu übersehen floriert auch heute noch das Metzgergewerbe. In den Hallen des Münchner Fleischgroßmarktes an der Tumblingerstraße werden täglich die Messer gewetzt, um die Frischware feil zu bieten. Neben den tierischen Produkten werden vor allem Waren aus dem Mittelmeerraum angeboten – frische Tomaten, Mandarinen und Feigen. Geografisch günstig gelegen kommen zwei Drittel der Großmarkt-Lieferungen aus Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei. Der …

Spaziergang im Münchner Hasenbergl

Die Sonne scheint an diesem Sonntag Mittag – auch im Hasenbergl. Der 24. Stadtbezirk ist ruhig, wenig Menschen begegnen mir. Schlendernd mache ich mir ein Bild des größten Münchner Bezirks. Nach meinem Blog-Beitrag über Münchner Problembezirke, wurde mir geraten doch mal ins Hasenbergl zu gehen. Der Ruf des Stadtbezirks scheint trotz massiver Aufwertung durch die bayerische Landeshauptstadt immer noch miserabel zu sein. Mit eigenen Augen versuche ich mir ein Bild zu machen und der erste Eindruck ist überraschend mau. Vorstadtruhe wohin man schaut. Gähnende Leere auf den Spielplätzen. Nur vereinzelt hört man auf den Grünflächen vor den Wohnblöcken Kinderlachen. Rüstige Senioren kommen mir im Spazierschritt entgegen. Auf der Suche nach Münchens Trash-Bezirk finde ich durchschnittliche, triste Vorstadtmonotonie. Kleine Stadthäuser verstecken sich im Schatten der 50er Wohnbauten. Die sind nicht schön, aber funktional. Auf den Balkonen wehen die unterschiedlichen Landesfahnen der Bewohner. Vom Radio bis zu den Tischgesprächen schallt es in verschiedenen Sprachen aus den zahlreichen Wohnungen. Vielleicht ist es gerade das, was für die Bayern befremdlich wirkt: der Alltag in den meisten deutschen Großstädten. Die …

Münchner Stadtteile: Null Problembezirke

Hamburg hat Wilhelmsburg, Frankfurt das Gallusviertel, Heidelberg den Emmertsgrund und Mannheim Teile der Neckarstadt West. Man muss nicht in diesen Stadtteilen gewesen sein, damit es klingelt. Ein bedenklicher Ruf eilt den Stadtbezirken voraus. Von Kriminalität, Rotlicht und zwielichtigen Leuten ist die Rede. Schauerliche Geschichten kursieren um diese kleinen Inseln des Schreckens. Kaum gibt es Meldungen über diese Stadtbereiche, die nicht negativ angehaucht sind. Die Bürgermeister sprechen meist über die Bekämpfung der Probleme, die Nachrichten melden Überfälle und Morde. Abschreckend wird ein Bild gezeichnet, das einem auf Wohnungssuche wieder entgegen schlägt. Was davon dann in der Realität haltbar ist, bleibt fraglich. Fast keine deutsche Großstadt hat nur einen Problembezirk. Denkt man gerade an Berlin, gibt es auch zwei oder drei. Sucht man jedoch in München eine Wohnung, zeichnet sich ein anderes Bild ab. Naiv spitzt man im Vorfeld seine Ohren, um das Stadtklima herauszuhören. Bei Freunden, Bekannten und Familie zapft man die Erfahrungswelt an. Wohlwollende Klänge schallen zurück. Negative Kommentare betreffen ausschließlich das etwas Kleinbürgerliche an München. Große Warnschilder von welchen Wohnbereichen man sich auf jeden Fall …